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#nog20hh und #polizeigewalt

Die Geschehnisse in Hamburg zeigen mal wieder den hässlichen Kreislauf, der das Aufeinandertreffen von linken Gruppen und Polizeikräften inzwischen geworden ist. Die Polizei geht mit Gewalt gegen die große Masse vor und gibt den paar Idioten damit in ihren Augen (der Idioten) die Legitimation aus Protest gegen den Staat und was auch immer Mülltonnen und Autos anzuzünden. Damit wiederum geben diese Idioten der Polizei in den Augen der Polizei die Legitimation pauschal gegen alle Demonstranten mit ungerechtfertigter Härte vorzugehen. Am Ende tritt die Polizei Grundrechte mit Füßen, weil Idioten es auch tun. Keine der beiden Parteien ist auch nur ansatzweise bereit die eigenen Fehler einzugestehen oder gar auf einen deeskalierenden Kurs zu setzen. Das ist ein Kreislauf, den man hätte aufhalten können. Statt vor dem Gipfel schon mit einer Law & Order Strategie gegen jede Art von Demonstration gegen den Gipfel vorzugehen hätte man den überwiegend friedlichen Demonstranten die Hand geben können. Gemeinsam hätte man nicht nur einen Raum für kreativen Protest gegen den Gipfel schaffen können, sondern auch dazu beigetragen, dass eben jene Idioten die die ganze Sache für Ihre Gewaltphantasien in Geiselhaft nehmen wollen keinen Erfolg haben. Die Selbstreinigungskräfte in der linken Szene hat man jedoch bereits im Vorfeld des Gipfels mit Verboten, Blockaden und überzogenen Einsätzen mal wieder torpediert & den somit radikalen den Weg geebnet. Hier muss der Staat endlich begreifen, dass Gewalt, Verbote & martialisches Auftreten der Einsatzkräfte nicht dazu beiträgt eine solche Situation zu entschärfen. Statt Campverboten brauch es einen gemeinsamen Dialog. Statt Rechtsanwaltsvereine und Demonstranten pauschal zu kriminalisieren braucht es runde Tische und Planungsgremien. Alternativ zu Tränengas und Wasserwerfern braucht es Beamte die auch in den Camps immer wieder den ruhigen und sachlichen Dialog mit den Demonstranten suchen.

Stattdessen ist jetzt auch noch die Bundeswehr mit Panzern* auf dem Weg nach Hamburg. Damit zeigt, die Staatsmacht wieder einmal das Deeskalation kein primäres Ziel im Umgang mit linksmotivierten Demonstrationen ist. Anscheinend ist sich in der Einsatzleitung niemand auch nur im Ansatz darüber im klaren wie die Strukturen innerhalb der linken Szene aussehen und wie man mit ihnen umgehen sollte. Statt dessen legt man weiterhin auch als aktive Partei eskalierende Verhaltensweisen an den Tag und ist nicht mal im Ansatz in der Lage oder interessiert daran eigene Fehler einzugestehen. Das ist ein Teufelskreis zu lasten unserer Grundrechte und unbeteiligter Bürger.

 

*Sowohl die Polizei Hamburg als auch die Bundeswehr haben Meldungen bezüglich eines solchen Einsatzes dementiert. Zudem liegte zum jetztigen Zeitpunkt (09.07.2017, 01:50 Uhr) keine Bestätigung durch Bildmaterial vor. Bekannt und bestätigt hingegen ist, dass unter anderem die BEF+ der Bundespolizei eingesetzt wird. Zur Standartausrüstung dieser Pokizeieinheit gehört auch das Sturmgewehr G36 welches auch von der Bundeswehr genutzt wird.

Musikalischer Winter? Von Soundschwankungen und Mixkünsten

Musik ist für mich bereits seit vielen Jahren mehr als nur ein täglicher Begleiter. Von der ersten Vinyl, es war Darude – Sandstorm über die erste Sendung im Webradio bis hin zum ersten eigenen DJ-Equipment war der Wunsch Musik nicht nur zu hören sondern selbst zu gestalten, zu beeinflussen und sehr explizit zu erleben immer ein Fixpunkt in meinem Leben. Das sich mein Musikgeschmack dabei über die Jahren natürlich immer wieder verändert hat, ist natürlich ein normaler Vorgang. Man wird älter, man lernt neue Dinge kennen, man ist neuen Einflüssen ausgesetzt. All das ändert natürlich auch den Musikgeschmack.

Unabhängig von dieser, ja recht leicht zu ergründenden Veränderung im Geschmack habe ich in den letzten Jahren, aber ganz besonders in diesem Jahr, festgestellt, dass sich mein Style, vor allem, wenn es ums Auflegen geht, in Abhängigkeit der Jahreszeit verändert. Ganz gemäß dem Wetter wird auch mein Sound seit einigen Wochen immer „deeper“, melodischer und vor allem: düsterer. Tatsächlich würde ich sogar soweit gehen und sagen, dass ich mein Gespür für den Sound, der mich über den Sommer begleitet hat in gewisser Weise verloren und das für den düsteren aktuellen Sound quasi erneut gefunden habe. Tatsächlich fühlt es sich für mich sogar so an, dass ich es nicht mehr wirklich gebacken kriege den Sound des Sommers jetzt aufzulegen. Da fehlen auf einmal das Selbstverständnis und die Automatismen, die noch vor ein, zwei Monaten ganz selbstverständlich waren.

Entsprechend dem gilt also wohl für die nächsten Wochen und ggf. auch Monate: Bis das Wetter wieder sonniger wird, und der Frühling mein Musikgespür wieder für leichteren Sound begeistert, gibt es angenehm deepe und melancholische Klänge in den klangWELTEN.